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IM HERZEN WERBER.

Mein erster Job in einer Agentur. Was ist hängen geblieben? Nicht das erste Plakate, an dem ich mitgearbeitet habe. Um auf die kleine Agentur aufmerksam zu machen, hatte der damalige Agenturchef eine für ihn Big Idea: "Im Herzen Werber“ als Line mit einem Mann mit aufgeknöpftem Hemd, der diesen Satz auf der haarigen Brust trug, an einen Fahrstuhl zu heften.

Schnell kam ein Shitstorm wegens des Plakats – und wir wurden aufgefordert, das wieder abzuhängen. Ich frage mich heute: War es das ungewöhnliche Flop-Model oder das Wort „Werber“, das die Leute verärgerte? Wahrscheinlich beides. Und: Wie würde das Plakat heute wahrgenommen und was würde die Line bei den Leuten auslösen?

Ich glaube: Themen wie Nachhaltigkeit, neue Arbeitsmodelle und Denkweisen, die die Welt dringend braucht, stehen im Gegensatz zu dem, was das Klischee „Werber“ bei den meisten auslöst: Konsum antreiben. Geld annehmen und Werte verkaufen.

Für mich hat schon immer ein gutes Ergebnis auf der Straße für eine Marke, hinter der ich stehe, mehr gezählt als nur Zahlen auf meinem Konto. Einfach, weil ich gute Ideen, Texte und Gestaltungen liebe. Und was man sehr gerne hat, teilt man nun mal nicht mit jedem. Auch wollte ich in den Agenturen, in denen ich arbeitete, lieber lernen und dafür auf Beförderungen oder ein höheres Gehalt verzichten. 

Das konnte ich auch – und der Wechsel vom Job als Grafiker zum Job als Texter konnte ich verwirklichen und dabei von wirklich guten Leuten lernen. 

Heute arbeite ich in einem Midi Job bei Ixtacy – und parallel als Freelancer, um eigene Projekte wahr werden zu lassen. Als Texter, Grafiker und Umsetzer. Mit Marken mit den richtigen Werten. Und mit Agenturen mit den richtigen Projekten.

Und, wenn ich an das Plakat von damals denke: blöde Idee. Aber nur, weil mir etwas fehlte. Was ich heute stattdessen auf den Fahrstuhl meines Lebens schreibe? Im Herzen Werber. Aber mit Herz.

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